Üben, Üben, Üben

Wir sehen einen Gitarristen und denken uns: „Wow, ist der talentiert!“ Das ist aber nicht mal die Hälfte der Wahrheit! In Wirklichkeit sollten wir denken: „Wow, hat der viel geübt!“ Talent bringt einen immer nur eine gewisse Strecke des Weges, den Rest muss man durch Üben bestreiten: Durch regelmäßiges tägliches Training.

Gitarre spielen ist eine Kunst. Es ist vor allem aber auch ein Handwerk.

Mach es zur Gewohnheit

Viele sportpsychologische Studien haben sich mit der Frage beschäftigt, wie lange es dauert, bis neue Bewegungsabläufe gelernt, bis sie zu gewohnten, automatischen Bewegungen werden. Eine Studie hat folgendes herausgefunden: Es braucht 60 Wiederholungen täglich, 3 Wochen lang.

Talent bringt einen immer nur eine gewisse Strecke des Weges, den Rest muss man durch Üben bestreiten: Durch regelmäßiges tägliches Training.
(c) Zayats Svetlana / Shutterstock.com

Nur 60 Wiederholungen über 3 Wochen – das ist nicht gerade viel! Es ist klar, dass das keine absolut gültigen Zahlen sind, und dass das je nach Mensch und Komplexität der zu lernenden Bewegung variieren wird, aber der Grundtenor ist eindeutig: Wir lernen ziemlich schnell. Etwas mehr über 1200 Wiederholungen einer bestimmten neuen Bewegung und wir machen sie uns zur Gewohnheit, das heisst diese neue Bewegung fühlt sich dann natürlich an und geschieht wie von selbst.

Was bedeutet das für uns?

  1. Wir lernen sehr, sehr schnell neue Dinge! Radfahren, ein Handy bedienen oder einen C-Dur Akkord greifen, was auch immer!
  2. Die tägliche Wiederholung ist essentiell. Durch stetes, kontunierliches Üben über einen längeren Zeitraum programmieren wir unser Gehirn.
  3. Was immer wir regelmässig wiederholen werden wir lernen. Das heisst wir müssen gut aufpassen, dass wir die gewünschte „richtige“ Bewegung üben und nicht irgendwas.

Auch beim Üben – Qualität vor Quantität

Die Qualität des Übens ist weit aus wichtiger als die Länge. Es braucht nicht allzu viele Wiederholungen, bis unser Gehirn, unsere Finger etwas lernen – wir sollten also sicherstellen, dass es Wiederholungen der gewünschten „richtigen“ Bewegung sind und nicht irgendwelche. Unserem Gehirn ist das nämlich egal. Nach genügend Wiederholungen hat es die Bewegung gelernt, ob richtig oder nicht.

Deshalb ist es wichtig, beim Üben konzentriert und bewusst zu arbeiten. Das ist anstrengende Arbeit! Wenn wir die Konzentration verlieren ist es besser, eine Pause einzulegen oder es für den heutigen Tag gut sein zu lassen, als irgendwie weiter zu machen, ohne Kontrolle was die Finger gerade machen.

Wenn das nach drei Minuten der Fall ist, ist das vollkommen ok. Wie gesagt, so konzentriert zu arbeiten ist anstrengend und drei perfekte Minuten bringen 100 mal mehr als eine halbe Stunde Herumgenudel. Gedankenloses Herumgenudel ist in Wirklichkeit noch gefährlicher und schlimmer, weil wir nachher ungewollt falsch gelernte Bewegungen wieder umlernen müssen.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Die gute Nachricht ist eine regelrechte Offenbarung: Du kannst ALLES lernen. Wirklich alles. Es wird seine Zeit brauchen – Tage, Wochen oder sogar Jahre – aber durch konsequentes Üben kannst Du kannst alles erlernen.

Als ich das zum ersten Mal verstanden hatte war es für mich eine ungeheure Erleichterung. All die unerreichbar scheinenden Ziele und Wünsche waren in Reichweite gekommen. Und wenn es noch so schwer ist, mit langfristigem, gewissenhaftem Training kann ich alles lernen. Ohne Stress und ohne Angst etwas zu versäumen. So lange ich stetig weiter übe bewege ich mich weiter in Richtung meiner Ziele und werde dabei immer besser.

So lange ich stetig weiter übe bewege ich mich weiter in Richtung meiner Ziele und werde dabei immer besser.

Das Geheimnis des Erfolgs

  • Reduziere den Übungsgegenstand auf den kleinstmöglichen Happen.
  • Spiel so langsam, dass jede Wiederholung perfekt ist.
  • Wiederhole es morgen wieder.
  • Geniesse die Reise.

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