Mit welcher Gitarre soll ich anfangen?

Was für eine Gitarre soll ich mir kaufen? Mit welcher Gitarre soll ich zu spielen beginnen? Soll ich mit einer klassischen Gitarre anfangen? Mit einer Westerngitarre? Oder gleich mit einer E-Gitarre? Das ist eine sehr häufig gestellte Frage auf die man die unterschiedlichsten Antworten hört.

Meine persönliche Meinung ist: Es ist eigentlich egal!

Die richtige Gitarre für Dich

  • Kauf Dir die beste Gitarre, die in Dein Budget passt, das heisst die Beste, die Du Dir leisten kannst und willst. 
  • Kauf Dir die Gitarre, von der Du immer geträumt hast.
  • Kauf Dir die Gitarre, die ein Lächeln auf Dein Gesicht zaubert, wenn Du an sie denkst.
  • Kauf Dir die Gitarre, die Du ununterbrochen in die Hand nehmen und spielen möchtest.

DAS ist die richtige Gitarre für Dich!

Die unterschiedlichen Gitarrentypen haben alle ihre Vor- und Nachteile, die wichtigste Eigenschaft bei einer Gitarre ist meines Erachtens, dass sie Dich glücklich macht, dass Du Freude hast, sie zu spielen, dass es die Gitarre Deiner Träume ist (oder dass sie zumindest ein wenig in die Nähe kommt).

Mit dieser Gitarre wirst Du öfter üben, öfter spielen und so mehr Spass haben und schneller besser werden als mit einer Gitarre, die Dir keine Freude bereitet wenn Du sie in die Hand nimmst.

Gitarre spielen zu lernen ist nicht besonders kompliziert, aber es dauert doch einige Zeit, bis man es recht gut kann. Es erfordert viele hunderte Stunden Übung, da führt kein Weg vorbei, aber diese Zeit verbringt man viel lieber mit einem Instrument, das man richtig geil findet. Der Rest regelt sich mit der Zeit und mit viel Übung von selbst.

Die richtige Reihenfolge?

Ich hab schon öfters gehört, man soll zuerst auf der klassischen Gitarre anfangen und erst nach ein, zwei Jahren, wenn man die Basics verinnerlicht hat, auf eine andere Gitarre wechseln. Es mag schon sein, dass das breitere Griffbrett der Konzertgitarre anfänglich das Greifen erleichtert. Es stimmt auch, dass die Fingerspitzen aufgrund der weicheren Nylon-Saiten weniger schmerzen.

Tatsache ist aber, dass die Finger zu Beginn immer weh tun, auch bei der klassischen Gitarre. Da muss man einfach durch. Die Finger sind es einfach nicht gewohnt, auf stark gespannte dünne Seile zu drücken. Mit der Zeit und genügend Übung geht das von ganz alleine vorbei. Das verhält sich ein bisschen wie mit dem Radfahren: wenn Du lang nicht gefahren bist, tut Dir der Hintern weh. Da hilft leider nur mehr Radfahren.

Das mit dem leichteren Greifen auf der Konzertgitarre ist sicher richtig: Die Saiten liegen nicht so eng nebeneinander wie bei der Western- und der E-Gitarre. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass auch das nur ein anfänglicher Effekt ist, der schon nach kürzester Zeit ausgeglichen ist.

Im Rest unterscheiden sich die drei Gitarrentypen jedoch kaum: Akkorde, Melodien, Rhytmus, das funktioniert überall gleich. Ich sehe deshalb keinen Vorteil darin, etliche Monate – bis man „gut genug“ ist – auf einem Instrument zu spielen, das einem eventuell nur wenig Freude bereitet.

Klassische Konzertgitarre

(c) Pixelbliss / Shutterstock.com

Die klassische Konzertgitarre wie wir sie heute kennen entstand ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Spanien.

Die Saiten sind aus Nylon und mit Draht umwickelter Nylonseide. Das Griffbrett ist im Vergleich zur Western- oder E-Gitarre breiter und nicht gewölbt. Der Klang ist eher warm und weich. Neben der Standardgröße, der sogenannten ganzen oder 1/1-Gitarre, gibt es noch kleinere Baugrössen für Kinder und Jugendliche oder zierlichere Frauen.

Westerngitarre

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Westerngitarren sind eine moderne Form der akustischen Gitarre mit Stahlsaiten. Aufgrund der hohen Spannung der Saiten enthält der Hals wie bei der E-Gitarre einen Halsspannstab. Das Griffbrett ist schmaler und meistens gewölbt. Der Klang ist lauter und eher hell. Die unterschiedlichen Bauformen unterscheiden sich hauptsächlich durch die Grösse des Körpers.

Elektrische Gitarre

(c) Matthew Jacques / Shutterstock.com

Anfang des 20. Jahrhunderts konnten die traditionellen Gitarren mit der wachsenden Lautstärke der damals populären Big Bands nicht mehr mithalten, das führte unter anderem zur Entwickung der E-Gitarre.

Bei der Elektrischen Gitarre wird die Schwingung der Stahlsaiten mittels Tonabnehmer in elektrische Signale umgewandelt und dann über einen Verstärker und Lautsprecher in hörbaren Schall. Der Korpus ist oft aus einem massiven Stück Holz und ist kleiner aber schwerer als akustische Gitarren. Das Griffbrett ist wie bei der Westerngitarre schmal und gewölbt. Unverstärkt klingt sie wie eine extrem leise Westerngitarre, mit Verstärker und etwaigen Effekten können ihr die abenteuerlichsten Sounds entlockt werden.

Billig ist nicht unbedingt schlecht.

In den letzten Jahren hat sich die Fertigungsqualität gerade im günstigsten Segment extrem verbessert, dadurch sind billige Modelle der etablierten Marken durchaus passable Instrumente. Absolut unbespielbare sogenannte Anfängerkiller findet man heutzutage kaum mehr, vor allem wenn man im Musikgeschäft kauft und nicht im Elektrogrossmarkt oder im Diskontsupermarkt.

So eine günstige „Anfängergitarre“ ist ein vollwertiges Instrument und kann einem lange Freude bereiten, weit über die eigene Anfängerphase hinaus.

Die richtige Gitarre zum Anfangen

Also, mit welcher Gitarre anfangen? Diese Frage kannst Du im Endeffekt nur für Dich selber beantworten.

Geh am besten in ein Musikgeschäft  (zB in die Klangfarbe, das grösste österreichische Musikgeschäft, im Wiener Gasometer) und schau Dir dort verschiedene Gitarren an. Greif sie an, spiel ein bisschen auf ihnen und wenn Du das nicht kannst dann frag einen Verkäufer und er/sie ist sicher so nett und spielt sie für Dich. Hör Dir an, wie sie klingt und vergleiche sie mit anderen Modellen, auch teureren und billigeren.

Und dann kauf Dir die beste Gitarre, die Du Dir leisten willst. 

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