Bin ich zu alt um anzufangen?

Bin ich nicht schon zu alt um noch mit dem Gitarre spielen anzufangen?
Bringts das noch? Werd ich das je können?

Das ist eine sehr häufig gestellte Frage.

Die Antwort ist ganz einfach: Nein, man ist nie zu alt!

Lernen ist keine Frage des Alters

Natürlich: Mit jungen Jahren lernt es sich leichter, spielerischer – aber das menschliche Gehirn hört nie auf zu lernen. Bis ins hohe Alter kann man Neues lernen. Du wirst Dich wundern, wie schnell ungewollte, „falsche“ Bewegungen zur Gewohnheit, also gelernt werden. Sie sind der Beweis, wie gut und schnell man auch im erwachsenen Alter noch lernen kann.

Als Kind lernt man unbewusst, so ganz nebenbei. Und in einem unglaublichen Tempo. Als Erwachsener ist das Lernen ein bewusster, willentlicher Akt. Und es dauert einfach länger als als Kind. Das hat Vor- und Nachteile. Vor allem aber können wir das nicht mehr ändern 😉 Also machen wir jetzt das Beste draus.

(c) Rawpixel.com / Shutterstock.com

Beginner’s Mind

Als Kind besteht fast das ganze Leben ausschliesslich aus Lernen, selbst das Spielen ist mit viel Lernen verbunden. Als Erwachsener haben wir irgendwann beschlossen, dass wir schon alles wissen, dass wir alles können was wir brauchen. Wir haben unseren Geist für Neues verschlossen, die Welt hat ihre Magie verloren.

Das unbekümmerte Staunen des Kindes ist uns verloren gegangen. Wir tragen Veranwortung, müssen für unseren Lebensunterhalt sorgen, und eh man sichs versieht ist schon wieder ein Jahr vergangen.

Wenn wir akzeptieren, das wir eigentlich fast gar nichts wissen und wir uns um einen offenen Geist bemühen; wenn wir uns nur auf den Prozess des Lernens konzentrieren und nicht auf das Ergebnis; Dann können wir ein wenig dieses unbekümmerten Seelenfriedens zurück erlangen.

Ich will Alles. Und zwar jetzt!

Als Erwachsener hat man schon ein gut gebildetes Gehör und einen meist sehr differenzierten Musikgeschmack. Man hat seine Favoriten und Vorbilder und will auch so klingen. Zu Beginn kann es für erwachsene Anfänger deshalb sehr frustrierend sein, diesen hohen klanglichen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können. Oft verrgleicht man den perfekten Sound der Meister mit den eigenen Versuchen und verzweifelt ob der scheinbar unüberbrückbaren Distanz.

Man muss akzeptieren, dass es ein Prozess, ein Weg ist und nicht erwarten, dass man von Null mit einem Hüpfer gleich das grosse Ziel erreichen kann.

Man muss sich einfach die Zeit geben die man braucht. Wenn es länger dauert, dauerts eben länger. Man muss ganz einfach immer wieder versuchen, die Bewegungen so gut und entspannt wie möglich zu machen. So langsam wie es eben nötig ist. Dann werden sich die Ergebnisse einstellen.

Ein Marathon. Kein Sprint

Ein Vorbild als Motivation und leuchtendes Ziel in der Ferne ist gut und wichtig, nicht aber als Maßstab für Dein jetziges Können. Versuch einfach jetzt so gut zu spielen wie Du kannst. Und morgen wieder. So gehst du Schritt für Schritt den Weg in Richtung deines Ziels. Dein Vorbild ist vor längerer Zeit auch diesen Weg gegangen und jetzt gehst du den Weg. In deinem eigenen Tempo, aber stetig weiter.

Du bist nicht zu alt.

Der beste Zeitpunkt um mit dem Gitarre spielen anzufangen ist vor 10 Jahren.
Der zweitbeste Zeitpunkt aber ist jetzt.

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