Akkordwechsel leicht gemacht

Akkordwechsel sind schwierig und haben immenses Frust-Potential. Unsere Finger müssen in kürzester Zeit komplexe und sehr präzise Bewegungsabläufe abspulen.

Akkordwechsel sind schwierig und haben immenses Frust-Potential. Zum Glück gibt es einige einfache Übungen, die uns das Akkordwechseln leichter machen.
(c) Dmitriy_Tsyupa / Shutterstock.com

Wenn wir bewusst darüber nachdenken müssen, wo wir die einzelnen Finger hin bewegen wollen, dauert das eine gefühlte Ewigkeit. Effiziente Akkordwechsel funtionieren nur wenn wir die Bewegungen der Finger automatisieren!

Zum Glück gibt es einige einfache Übungen, die uns das Akkordwechseln leichter machen:

Akkordwechsel-Übung

Die grundlegende Übung für Akkordwechsel ist ganz einfach von dem einen Akkord zum Anderen zu wechseln. Immer wieder langsam zwischen den Beiden hin und her wechseln. Dabei gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

Lass Dir richtig viel Zeit dabei. Es geht nicht darum, schnell zu sein. Die Schnelligkeit ist das Ergebnis des Übens, nicht der Weg. Wir wollen die Bewegungen der Finger so oft wiederholen, bis sie es von alleine können. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass wir die richtigen Bewegungen einlernen, und das geht nur, wenn wir uns viel Zeit lassen und langsam und gewissenhaft arbeiten.

Hör auf den Klang der Akkorde und versuche, dass sie möglichst schön klingen.

Wichtig ist auch, die Übung nicht zu überfrachten und zu viele Akkorde auf einmal zu üben. Am besten wirklich nur zwei Akkorde, immer hin und her. Je kleiner der Lerninhalt, desto schneller lernen wir.

Visualisierungs-Übung

Die zweite Übung für Akkordwechsel mutet ein bisschen esoterisch an, aber sie funktioniert. Während die erste Übung den Weg von einem Akkord zum anderen zum Thema hat, also das relative Verhältnis von Akkorden zueinander, geht es in dieser Übung um das Greifen von einzelnen Akkorden „aus dem Nichts“.

Greif einen Akkord und spiele ihn. Kontrolliere den Sound und korrigiere wenn notwendig die Position der Finger. Sieh Dir Deine Finger genau an und präge Dir dieses Bild gut ein. Diese Visualisierung Deiner Hand musst Du während dieser Übung die ganze Zeit in deinem Geist aufrecht erhalten.

Behalte das Bild Deiner Finger vor Deinem geistigen Auge und löse langsam die Finger vom Griffbrett. Leg Deine Hand langsam und locker auf Deinem Oberschenkel ab. Visualisiere weiterhin den gegriffenen Akkord.

Bewege die Hand wieder langsam zum Griffbrett und greife den Akkord. Lass Deine Finger quasi zurück in Deine Visualiserung einrasten. Und dann beginn wieder von vorne.

Hat das „Einrasten“ geklappt, oder musstest Du die Finger nachjustieren? Konntest Du die Konzentration aufrecht erhalten und das Bild des gegriffenen Akkords durchgängig visualisieren?

Loslassen und Greifen-Übung

Beim effizienten Akkordwechsel lassen die Finger den ersten Akkord gleichzeitig aus, bewegen sich relativ nahe über dem Griffbrett jeweils in die neue Position und greifen dann gleichzeitig wieder zu.

Diese dritte Übung kümmert sich um den letzten Teil dieses Bewegungsablauf, das geichzeitige Zugreifen.

Greif den Akkord und kontrolliere Klang und Position der Finger. Dann löse den Druck und berühre die Saiten nur mehr leicht. Heb Deine Finger aber noch nicht von den Saiten ab. Und dann greif wieder zu, mit allen Fingern gleichzeitig. Das ist im Prinzip schon die ganze Übung.

Wenn das gut funktioniert, erhöhen wir den Abstand der Finger. Das heisst wir lassen den Akkord aus und heben die Finger einen Millimeter hoch, so dass sie ganz knapp über den Saiten schweben. Und dann greifen wir wieder gleichzeitig zu. Wenn das dann auch klappt können wir den Abstand immer weiter schrittweise erhöhen.

Bei dieser Übung geht es um das gleichzeitige Zugreifen, das bedeutet sobald die Finger nicht mehr gleichzeitig sondern nacheinander greifen müssen wir den Abstand wieder reduzieren und näher ans Griffbrett heran.

Schweben und Greifen

Die vierte Akkordwechsel-Übung ist eine Kombination aus der ersten und der dritten Übung. Sie soll uns helfen, die jeweilige Position und Form der Finger bei den einzelnen Akkorden zu lernen und dann wieder gleichzeitig zuzugreifen.

Diese Übung ist sehr langsam, fast in Zeitlupe, und ein bissl mühsam. Aber sie ist auch sehr wirksam! Und sie geht so:

Wir haben den ersten Akkord gegriffen und heben die Finger langsam hoch. Dann bewegen wir die Finger langsam und kontrolliert in die Position des zweiten Akkords. Wir formen den Akkord während der Bewegung „in der Luft“ und schweben dann über seiner tatsächlichen Position. Wenn alle Finger passen, landen sie alle gleichzeitig am Griffbrett und greifen den Akkord.

Das hört sich ziemlich leicht und gemütlich an, ist aber unglaublich schwierig. Du wirst Dich wundern, dass einen so wenig Bewegung zum Schwitzen bringen kann.

Auf was achten beim Akkordwechsel

Wenn man allein daheim im stillen Kämmerlein übt, weiß man oft nicht, ob man alles richtig macht, und ob man nicht falsche Dinge lernt und so seine Zeit verschwendet.

Hier sind drei Fragen, die Du Dir beim Üben von Akkordwechseln immer stellen solltest. Wenn Du mit zumindest einer dieser Fragen im Hinterkopf übst und versuchst, diese Punkte zu beachten, wirst Du immer guten Fortschritt in die richtige Richtung machen.

1. Klingt es gut?
Das ist die erste und auch die wichtigste Frage. Wenn die Akkorde schlecht klingen, bringt Dir alle Geschwindigkeit der Welt nichts! Da geht es um die Position der Finger beim Greifen, insbesondere dass sie nahe am Bundstäbchen und mit den Fingerspitzen greifen, aber auch um das saubere Loslassen des ursprünglichen Akkords.

2. Gibts das auch billiger?
Das ist die Frage nach dem effizientesten Weg: Geht jeder Finger den kürzest möglichen Weg? Bewege ich meine Finger zu weit vom Griffbrett weg? Kann ich einen Finger überhaupt liegen lassen? Gibt es eine andere Art den Akkord zu greifen um mir das Leben zu erleichtern? Unnötige Bewegungen kosten einfach zu viel Zeit.

3. Bewegen sich alle Finger gleichzeitig?
Wenn sich die Finger nach der Reihe einzeln bewegen dauert das dementsprechend doppelt bis viermal so lange. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle Finger gleichzeitig bewegen, und nicht einer auf den anderen wartet. Leider ist das gerade am Anfang unglaublich schwer. Wenn es gar nicht klappen will, konzentriere Dich vorerst auf die ersten beiden Fragen.

Fazit

Schnelle, effiziente Akkordwechsel sind richtig schwer, und Jede und Jeder kämpft damit. Unsere Finger müssen in minimaler Zeit hochkomplexe und präzise Bewegungen ausführen. Das sind sie von unserem normalen Leben einfach nicht gewohnt. Aber wir können es ihnen beibringen.

Achte beim Üben auf Präzision, übe konzentiert und überlegt, und sei Dir bewusst, dass es einfach seine Zeit dauert. Aber jede Übung, jede Wiederholung verbessert deine Akkordwechsel und bringt Dich einen Schritt näher an Dein Ziel.

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